Seattle, 24.01.2062, 21:32 Ihr Blick schweifte kurz über Pauls, den Decker ihres Teams. Sie wusste, dass der Norm im Augenblick in der Matrix unterwegs war. Die Datenbuchse war dank seiner kurzen blonden Haare gut sichtbar. Ein Glasfaserkabel verband diese mit seinem Cyberdeck. Seine Aufgabe war es nun die Daten aus dem System zu beschaffen. Im Vorfeld waren sie in die Anlage eingedrungen doch nun musste sie untätig zusehen. Das war das schlimmste an solchen Jobs.. Sie hasste es Warten zu müssen während Decker oder auch Magier in ihren eigenen Welten unterwegs waren. "Die Sprinkler sind off, ich hol mir jetzt die Daten." meldete sich die elektronische Stimme des Deckers über Funk zu Wort. Ein kurzes, automatisches Nicken ihrerseits bestätigte die Worte des Deckers. Ihr Blick wanderte kurz zu Rubens, der gerade damit beschäftigt war das Thermit einsatzbereit zu machen. Der kräftige Norm von etwas über 1.80 wog den Zünder abschätzend in seiner Rechten. "Der Typ könnte sein Geld anstatt als Messerklaue auch als wandelnder Cyberwarekatalog verdienen ... ", schoss es ihr nicht zum ersten Mal durch den Kopf... Um das Warten zu verkürzen überprüfte sie noch einmal das topmoderne Magschloss an der Tür. Sie hatte den kleinen schwarzen Kasten mit ein paar Kniffen überlistet. "Wird ein ziemliches Problem für unsere Verfolger.." dachte sie als Rubens den Zünder aktivierte. "Sind die Elementare bereit ?" meinte sie ruhig zu Gordon. Der hermetische Magier nickte kurz, fügte dann ein "Alles bereit" hinzu. Das Thermit begann seinen Weg durch den Boden zu fressen. Ihr Blick schweifte umher, fixierte kurz den Decker auf dessen Stirn sich langsam einige Schweissperlen bildeten. "Hoffentlich liegt das nur an der Wärme" dachte sie und wischte sich mit dem Ärmel ihres Overalls kurz über die Stirn. Sie lenkte ihre Konzentration auf das glühende Thermit, dass die Temperatur in dem Raum merklich nach oben trieb. "Drek" hallte es durch ihre Gedanken, als ein dumpfer Aufschlag sie aus ihrer Betrachtung riess. Eine halbe Körperdrehung später konnte sie erkennen, dass Pauls Körper umgekippt war. "Shit...es hat ihn erwischt." schoss es ihr durch den Kopf als sie erkannte, dass Blut aus seiner Nase ran. Ihr Blick raste durch den Raum. Gordon war verschwunden. Instinktiv aktivierte sie ihre Ultraschallsicht und wich reflexartig einen sich nähernden Schockschlagstock aus. "Was zur Hölle ist hier los ?!" war der einzige Gedanke, den sie fassen konnte, bevor die Waffe ein weiteres Mal auf sie zuraste. Adrenalin schoss durch ihren Körper und weckte ihre Kraftreserven. Ab diesen Moment übernahmen ihre antrainierten Reflexe die Kontrolle. Ein schnelles Abtauchen nach links verhinderte einen Treffer während sie ihre rechte Faust in den Magen des Angreifers rammte. Von dem Schlag getroffen taumelte dieser zurück und ihr Verstand nahm sich die Zeit die neuen Informationen zu verarbeiten. Sie war betrogen worden. Eindeutig. "Dieser verdammte Mistkerl Gordon.." ... Mit einem Knacken brach ihr schneller Tritt seine Hand. Mit dem Schlagstock fiel auch der Zauber. Es war tatsächlich Gordon.. Mit schmerzverzerrten Gesicht stand er vor ihr. Erst jetzt bemerkte sie hinter sich ein gurgelndes Geräusch, begleitet von den Geräuschen eines Handgemenges. "Rubens und der Elementar... !". Der Hermetiker nutzte den Moment der Ablenkung und begann leise Worte zu murmeln. Die Tatsache, dass sie nicht sonderlich scharf darauf war herauszufinden, was der Magier vorhatte brachte ihre Konzentration zurück zu diesem. Ein weiterer schneller Tritt gegen sein rechtes Knie riss ihn von den Beinen. Der Körper fiel mit einem dumpfen Aufschlag zu Boden während der Kampf in ihrem Rücken weiterging. "Rubens ?! Drek..." fluchte sie, als sie ihre Aufmerksamkeit kurz auf Diesen richtete. Das Geisterwesen bearbeitete die Klaue. Der Elementar hatte den Sam umschlungen und presste die Luft aus seinen Lungen. Dennoch leistete Rubens erbitterte Gegenwehr. Eine Explosion erschütterte den Raum. Die massive Tür fiel mit einem lauten Scheppern zu Boden. "Verdammt, sie haben die Tür aufgesprengt." war der einzig mögliche Schluss. Das Lospfeifen einer MP aus dem Gang bestätigte die Vermutung. Ihr Blick glitt schnell zu dem Thermit - Das Zeug hatte sich durchgefressen. Kugeln pfiffen durch die Luft. Laboreinrichtung wurde zerfetzt. Glassplitter fielen zu Boden. Funken sprühten. Geschosse zerrissen weiteres Gerümpel. Eine Salve erwischte Rubens. "Verdammt zäh...die Salve macht ihm nichts.." Der Toaster brachte den Geist zwischen sich und die Bleispucker. Zumindest versuchte er es. Eine weitere Salve schoss in den Raum. Der schwere Körper stürzte nach vorne. Die magische Kreatur wurde mitgerissen. Zischender Dampf stieg auf - Das Wesen stürzte in den Höllenschlund. Wasser und Feuer vereinigten sich zu Dampf. "Wie ironisch - macht die Funzel also doch noch ihren Job.." Eine weitere Salve schlug gefährlich nahe bei ihr ein und holte sie zurück. "Ich muss hier raus" meldete sich ihr Selbsterhaltungstrieb zu Wort und sorgte dafür, dass noch ein wenig mehr Adrenalin durch ihren Körper schoss. Sie rannte los...2 Schritte...sprang...und hoffte. Ihre biologisch verbesserten Muskeln und Gelenke erhöhten ihre Sprungkraft so, dass die restlichen 3 Meter kein Problem sein dürften. Die MPs bellten wieder. Kugeln pfiffen an ihr vorbei. "Ein paar Schrammen sind besser als eine verdammte Bleivergiftung." schoss es ihr durch den Kopf als das immernoch heisse Gestein ihr einige Brandwunden zufügte. Sie ignorierte den Schmerz sogut es ging und versuchte die Wucht des Sturzes abzufangen. Ihr Körper schlug auf. Mit Erleichterung stellte sie fest, dass das Knacken nicht von ihren Knochen stammte. Oder vielleicht doch - "Egal jetzt - weiter" - Mühsam rappelte sie sich auf, während das Adrenalin die Schmerzen in den Hintergrund drängte. Es war ihr einen Moment wert den Körper ihres Chummers, der ihren Sturz gebremst hatte nach seinem Puls zu checken. "Drek, der wird nicht mehr." ... sie blickte sich kurz um um sich zu orientieren. Ihre Augen hatten mit der teilweisen Dunkelheit kein Problem. Mit einem Gedanken legte sie die Karte des alten Wartungsschachts auf ihr Augendisplay. Sekundenbruchteile später hatte sie die Orientierung wieder und lief los. Das Adrenalin und ihre Muskelimplantate beschleunigten ihren Lauf. Augenblicke später bog sie nach links in einen Nebengang ab. Die Dunkelheit war für ihre durch Cybertech aufgerüsteten Augen kein Problem. "Diese Augenlichtsysteme waren eine verdammt gute Anschaffung" stellte sie wiedereinmal fest. Kurz vor der letzten Biegung lies sie etwas innehalten. Ihr Körper dankte ihr für die kurze Verschnaufspause während sie lauschte. Tatsächlich... "Da wartet jemand auf mich" stellte sie fest als sie ein leises Atemgeräusche hinter der Ecke wahrnahm. Unter die Atemgeräusche mischten sich langsam aber sicher von hinten näherkommende Schritte. Sie nahm sich einen Augenblick Zeit um ihre Lage zu analysieren. "Meine Verfolger werden in 10 Sekunden hier sein. Ich muss um diese verdammte Ecke um hier rauszukommen und irgendwer will mich davon abhalten." Ihre antrainierten Reflexe und das Adrenalin übernahmen wieder die Kontrolle. Mit übernatürlicher Schnelligkeit wirbelte sie herum und verpasste der Gestalt dahinter einen seitlichen Tritt gegen den Hals. Scheinbar hatte er mit allen gerechnet...nur nicht damit. Die Gestalt fiel bewusstlos zu Boden. Während der Körper noch im Begriff zu fallen war setzte sie ihren Weg schon fort. "Noch 20 Meter...dann bin ich an diesem verdammten Gitter." Es war ihr absolut klar, dass sie keine Zeit haben würde das Gitter - wie geplant - aufzuschweissen. Stattdessen musste pure Muskelkraft reichen - und davon hatte sie mehr als man erwartet hätte. Sie kamm zwar nicht annähernd an einen durchtrainierten Ork heran aber die Leistung der Muskelverbesserungen war beeindruckend. Das Adrenalin aktivierte die letzten Reserven als sie die Augen schloss und ihr Körper gegen das rostige Gitter knallte... Die Wucht des Aufpralls war zu stark für das verrostete Gitter... Mit einem unschönen Knarksen brach das Hinderniss aus seiner Verankerung. Sie bereitete sich auf den Aufprall vor während sie nach unten stürzte. Ihr Koerper schlug gemeinsam mit dem Gitter im widerlichen Schlamm auf dem Grund des Kanals auf. Das Gitter sorgte dafür, dass sie nur oberflächliche Begegnungen mit dem ekeleregenden Abwasserstrom hatte. Bei dem Zusammenstoss und dem Aufprall hatten sich einige vorstehende Teile des Gitters in ihre Seite gebohrt. Ihre Körperpanzerung hatte zwar den Grossteil der Energie abgefangen aber für ein paar unschöne Wunden würde es dennoch mit Sicherheit reichen. Vom Sturz benommen zog sie sich auf den Seitengang während die stinkende Brühe das Gitter umspülte. Näherkommendere Schritte erinnerten sie daran, dass sie sich lieber beeilen sollte und sorgten für einen weiteren Energieschub. Sie sprang auf und wankte kurz bevor sie ihren Weg fortsetzte. Fast hatte sie die Abzweigung erreicht als sie hinter sich den Aufprall von schweren Gestalten im Gang hörte. Antrainierte Reflexe liessen sie nach vorne springen als hinter ihr automatische Waffen losbellten. Während die Kugeln hinter ihr einschlugen schaffte sie es den Schwung abzufangen und in eine Rolle weiterzuleiten. Die akrobatische Einlage brachte sie einige Meter näher an ihr Ziel heran. Mit der Rechten riss sie die leichte Pistole aus ihren Holster. Weitere Kugeln surrten an ihr vorbei als sie im Laufen das Magazin der Knarre ungezielt hinter sich entleerte. Ein Geschoss erwischte sie an der linken Schulter und lies ihren Körper rumrucken. Stechender Schmerz schoss durch ihre Schulter. Unter einer weiteren Salve tauchte sie nach Rechts in den Nebengang ab. "Verdammt, mit der Schulter komm Ich die Leiter nie schnell genug hoch." verwarf sie ihren eigentlichen Plan. Sie überflog kurz ihre Optionen und entschied sich dafür nach 10 Meter rechts abzubiegen. Dieser Weg würde sie an dem Wartungsraum einer namenlosen Abwassergesellschaft vorbeiführen. Das wusste sie, weil sie dort Ausrüstung für den Notfall hinterlegt hatten. "... und Notfall kann man das Ganze nennen." schloss sie ihre Überlegung. Sie liess die Waffe achtlos in ihre Fangleine zurück fallen während sie nach der Keycard für das Magschloss suchte. Weitere 30 Meter und 2 Links-Biegungen später zog sie die Karte durch den kleinen schwarzen Kasten, der den Zugang kontrollierte. Möglichst leise öffnete sie die Tür und schlüpfte hindurch. Der kleine Wartungsraum lag vor ihr. Sie konnte einige Kisten, die wohl irgendwelches Zeug für die Kanalreinigung enthielten ausmachen. "Schätzungsweise also Rattengift." meinte sie zu sich während sie die Tür hinter sich wieder verriegelte. Ihr Blick schweifte nocheinmal durch den Raum. Es gab noch eine weitere Tür, die sie gleich als Notausgang missbrauchen würde - doch zuerst widmete sie sich der mattschwarzen Kiste, die sie vor 2 Stunden hier hinterlegt hatten. Sie näherte sich den Behätniss vorsichtig und überprüfte es kurz auf Fallen. Im diesem Moment hörte sie draussen die schweren Stiefel ihrer Verfolger näher kommen. Ihre Rechte schloss sich um den Griff ihrer Light Fire während sie sich anspannte. "Verdammter Drek ! Ich hab nicht nachgeladen !" schoss es ihr durch den Kopf als sie ihren Fehler bemerkte. Vorsichtig legte sie die Waffe zu Boden und lies die Hand zum Griff des Kampfmessers in ihrem Gürtel wandern. Ihre Verfolger mussten jetzt vor der Tür sein - ihre Hand schloss sich um die Waffe. Doch die Schritte entfernten sich wieder. Erleichtert lockerte sie ihren Griff und beendete die Überprüfung der Kiste. "Keine Fallen und Gordon hat ihnen auch nichts von diesem Unterschlupf verraten... die arrogante Ratte war sich sicher, dass sie uns alle mit einem Schlag erwischen wurde...hoffentlich wird die Zahnarztrechnung ordentlich." Sie verdrägte die Gedanken auf Rache und konzentrierte sich vorerst darauf lebend hier rauszukommen. Mit einem leissen Klacken öffnete sie die Verschlüsse. Ihre Hand griff zunächst zu dem kleinen Medkit und der Sammlung an Patches, die sie in der Innenseite ihrer gepanzerten Jacke verstaute. Sie überflog kurz die Ansammlung von Munitionsstreifen und lies 2 Magazine regulärer Munition für ihre Light Fire in ihrer Tasche verschwinden. Das Magazin APDS lud sie in die Light Fire..."Gegen die Vollrüstung das Einzige was hilft..". Einen kurzen Moment ärgerte sie sich darüber, dass nur ein Magazin der panzerbrechenden Munition dabei war. Dann lies sie ihren Blick über den restlichen Inhalt gleiten. Ohne Zögern griff sie nach den beiden Blitzgranaten und hielt kurz bei dem Sturmgewehr inne...."Ziemlich viel Feuerkraft oder ziemlich viel unnützes Gewicht - egal, Ich nehms lieber mit." Augenblicke später war sie wieder auf den Beinen und öffnete langsam die andere Tür im Raum. Als sie auch auf den 2.ten Blick nichts Auffäliges entdeckte glitt sie vorsichtig auf den Gang. Nachdem sie sich kurz umgeschaut hatte, schloss sie die Tür wieder leise hinter sich. Durch einen mentalen Befehl erwachte ihr Augendisplay zum Leben und zeigt ihr die Karte der umliegenden Kanalisation. "Ich kann keinen der Ausgänge nehmen, die wir für den Notfall vorgesehen haben" schoss es ihr durch den Kopf als sie die Ansammlung von Kanäen betrachtete. Sie setzte sich in Bewegung,... "Dieser Zentralraum hier sieht gut aus, nicht so weit weg, aber von dort aus gibt es genug Möglichkeiten weiterzugehen....hoffentlich denkt Gordon das nicht auch." Langam kehrten die Schmerzen in ihren Körper zurück als der Adrenalinstoss abflaute und ein dumpfes Gefühl zurückliess. Sie wusste zwar nicht wo ihre Verfolger nun waren, doch beruhigte es sie ein wenig, dass sie schon einige Minuten nichts mehr von ihnen gehört hatte. Sie folgte den letzten Meters des dunklen Ganges und spähte vorsichtig in die Halle. Der Raum war gut seine 6 Meter hoch und an die 30 Meter lang und and ebenso breit. Im Zentrum 2 Kanäle zusammen um dort nach unten in einen vermutlich noch dreckigeren Kanal zu stürzen. Ihre modifizierten Augen tasteten den Raum ab. "Diese alten Wasserbehälter sind gefährlich gute Verstecke,..." stellte sie fest, als ihr Blick über gut ein Dutzend an der gegenüberliegenden Seite liegenden Kesseln, die wohl vor Jahrzenten Teil des Reinigungssystems waren. "Umkehren kann ich jetzt nicht mehr.". Sie lies das Sturmgewehr kurz locker hängen um aus ihrer Tasche eines der kürzlich erbeuteten Stimpatches zu befreien. Wenige Augenblicke später klebte das Pflaster auf ihre Haut und gab seine Stimulanz- und Schmerzmittel in ihren Blutkreislauf. Mit einem weiteren kurzen Blick vergewisserte sie sich, dass ihr Ares Alpha durchgeladen war. Der Lauf lag recht locker auf dem verwundeten linken Arm - so musste sie zwar aus der Hüfte schiessen - "Aber das ist besser als garnicht schiessen. Langsam und merklich angespannt ging sie einige Schritte vorran, hielt dann inne um nocheinmal angespannt zu spähen. "Nichts.". Die Waffe im Anschlag ging sie weiter auf den rostigen und nicht übertrieben vertrauenserweckenden Steg zu. Sie setzte vorsichtig einen Fuss auf die Brücke, die als Antwort nicht mehr als ein Knarksen für sie übrig hatte. Ein Geräusch lies sie innehalten und einen Moment lauschen. Sie fuhr herum als ein stumpfer Aufprall dazu kam. Angestrengt starrte sie in die Dunkelheit. "Nichts, verdammt ! Weiter !" befahl sie sich selbst nachdem sie wertvolle Augenblicke lang in die Dunkelheit gestarrt hatte. Sie wandte sich wieder um und hielt wieder kurz inne. "Da war was, verdammt, verdammt, verdammt ...!" fluchte sie innerlich. Die Verletzungen, das abklingende Adrenalian machten sich immer mehr bemerkbar. Langsam stieg Panik in ihr auf. Sie konzentrierte sich einige Augenblicke "Drek ! Jetzt weiter... " ohrfeigte sie sich selbst mental. Das Ares Alpha vor sich herschiebend ging sie die letzen Schritte über den Müllstrom unter ihr. Ihr Blick glitt wieder über die Kessel, die in in etwas mehr als einem Dutzend Meter Entfernung lagen. Angespannt rückte sie weiter vor. Die Waffe in Richtung der vermeintlichen Verstecke. Mit schweren Schritten ging sie langsam und angespannt weiter. Der Lauf der Waffe ruckte herum als sich etwas bewegte. Das Donnern des Sturmgewehrs zerries die Ruhe. Kugeln klirrten auf Metal, schwirrten ziellos durch die Luft, schlugen in Mauerwerk. Nach wenigen Augenblicken hörte der Waffenlärm auf. Angesparrt starrte sie auf die Stelle, die sie soebend mit Blei gespickt hatte. Ausser einem Berg aus Müll und Schlamm konnte sie nichts erkennen und wankte 2 Schritte zurück. Umständlich lud sie die Waffe nach,.. sah sich dann wieder angespannt um. Auf der anderen Seite des Stromes konnte sie ein weitere Bewegung und ein Rascheln ausmachen. Der Lauf der Waffe ging wieder in die Richtung doch diesmal feuerte sie nicht. "Verdammt... Du musst jetzt raus hier !" ermahnte sie sich selber. Sie nahm den Finger wieder vom Abzug, wich 2 Schritte zurück. Im nächsten Augenblick vernahm sie ein Knistern und einen warmen Hauch hinter sich. Feuer versengte ihre Haare als sie sich nach vorne fallen lies. Eine Woge Adrenalin schoss wieder durch ihren Körper. Mit der Rechten fing sie sich so gut wie möglich ab. Sie rollte sich schnell über die linke Schulter auf den Rücken. Ein weitere Feuerschlag traf dort wo sie ebend noch lag. Das Wesen aus lodernden Flammen blickte sie ausdruckslos an und setzte zum nächsten Angriff an. Nur mit Mühe schaffte sie es dem neulichen Angriff auszuweichen und verschwand hinter einen Müllberg in trügerrischer Deckung. Den Augenblick nutzte sie um das Ares Alpha, dass immernoch im Tragegurt hing wieder unter Kontrolle zu bringen. Sie sah den nächsten Feuerstoss kommen und wich von der Deckung zurück. Das Donnern ihres Sturmgewehrs peitschte durch die Halle. Kugeln schlugen in das Ungetüm ein, währen der Müllberg lichterloh in Flammen aufging. Unbeirrt attackierte der Elementar weiter, schickte eine weitere Feuersbrunst in ihre Richtung. Einer der Kessel genügte ihr als Deckung diesen Angriff zu überleben. Wieder schlugen Kugeln auf Metal....doch es waren nicht ihre eigenen und sie waren ihr gefährlich nahe. Mit einem Sprung hinter den nächsten Kessel brachte sie sich aus der Flugbahn der Kugeln und der nächsten Feuerwoge. Sie schaffte es auf dem Rücken zu landen und riss die Ares Alpha hoch. Ohne gross zu zielen zog sie den Abzug der Waffe durch. Kugeln peitschten durch die Dunkelheit der Stelle entgegen von der sie beschossen wurde. Das Gegenfeuer verstummte. Sie richtete sich rücklings an dem rostigen Kessel auf. Der Elementar war nahe - das spürte sie an seiner unnatürlichen Wärme. Ihr Blick ging kurz zurück zu den anderen Kesseln und auf ihre Züge stiehl sich ein grimmiges Lächen. Das Feuerwesen schoss um die Ecke und attackierte sie wieder. Sie wich nach hinten aus, tauchte halb hinter einen der Kessel weg,...wich auch beim nächsten Angriff nach hinten zurück. Der Kesselwald der um sie herum emporragte wurde dichter. Zwei Feuerschläge später griff sie nach ihrer Light Fire und schickte dem Elementar einen Schwall an panzerbrechenden Geschossen entgegen. Die Kugeln schlugen auf das Metal der Kessel ein. Doch diesmal prallten sie nicht ab sondern riesen Löcher in die Wände. Brackiges Dreckwasser schoss aus den neuerlichen Abflüssen hervor und überraschte den Elementar vollends. Heisser Wasserdampf stiess dort auf wo das Wesen getroffen wurde. Sie lies die Light Fire in ihren Fanggurt zurück gleiten, nahm allen ihren Mut zusammen und zog ihr Kampfmesser. Mit grimmiger Entschlossenheit verpasste sie der Kreatur einen heftigen Hieb. Das Feuer brandete auf ihre Hand doch konnte der Elementar dem Angriff nichts entgegensetzen. Unter dem Treffer und dem ihn einfliessenden Wasser löste sich die Kreatur zischend in Wasserdampf auf. Schnell wandte sie sich um und setzte den Weg durch den Kesselwald fort. Sie erreichte Sekunden später den Ausgang auf der anderen Seite der Halle und folgte dem Gang nur etwa 30 Meter. An dieser Stelle wurde der Fluss von ingesamt 8 Zuflüssen gespeist. Ohne gross nachzudenken wählte sie eine davon aus. Noch immer unter dem Einfluss des Adrenalins und der Drogen stehend spürte sie die Schmerzen kaum. Einige weniger Minuten später entschied sie sich dafür eine Leiter nach oben zu nehmen. Mit zusammengebissenen Zähnen und den letzten Kraftreserven befreite sie sich aus ihren stinkenden Fastgrab. Sie gönnte sich einen Moment der Erschöpfung und sah sich dann um. Die umliegenden Gebäde waren alle mehr oder weniger verfallen. Das einzige Lebewesen, dass sie sah war ein zerlumpter Verlierer, der sich gerade dafür entschied, dass er heute doch lieber woanders schlafen wolle. Sie rappelte sich hoch und setzte ihre Beobachtung fort..."Redmond... ich brauche was um meine Wunden zu flicken bevor mich jemand für die Waffen oder meine Kleidung erschiesst.". Mit einem kurzen Klacken lud sie ihre Waffen nach und machte sich dann auf die Suche nach einen geeigneten Ort,..... Seattle, 24.01.2062, 22:44 "Es könnte schlimmer sein" dachte sie, als ihr Blick durch das kleine Zimmer glitt. Der Raum war klein und wurde von einer Lampe, die wohl älter war als das übliche Klientel beleuchtet. Für die Inneneinrichtung und die widerliche kotzgrüne Tapette galt das Gleiche. Nicht, dass es viel davon gab - der Hauptraum war bis auf ein Bett und einen Schrank leer. Beide Möbel wirkten weder schön noch sonderlich stabil. Sie wandte sich dem Fenster zu und warf einen kurzen Blick hinaus. Alles schien ruhig. "Immerhin war der Besitzer des Hotels nach der Spende recht kooperativ, hat keine Fragen gestellt und zugesagt stillen Alarm zu geben, falls jemand nach mir fragt." 2 Schritte später stand sie vor der Tür zum Bad. Ein Blick in selbiges überraschte sie positiv. Es war zwar keine besonders grosse Leistung aber das Bad wirkte im Vergleich zum Rest ihres Domizils recht neu und sauber. Die Wände waren gefliesst und der Raum enthielt neben einen Waschenbecken und einem WC auch eine Dusche. Sie betratt das Bad und lehnte ihr Ares Alpha an die Wand. Mit der Rechten öffnete sie ihre Panzerjacke und streifte das Kleidungsstück ab. "Zeit mich um die Wunden zu kümmern." dachte sie sich und zog das Medkit aus ihrer Jacke um es vorerst auf dem Waschbeckenrand abzulegen. Zum Glück war ihre rechte Hand nur leicht verletzt. Die Wasserwoge hatte zu ihrem Glück grossflächige Verbrennungen verhindert und nach etwas Brandgel sah das Ganze wieder ganz gut aus. Vermutlich würden höchsten 1,2 kleine Brandnarben bleiben. Ihr Blick glitt zu ihrem linken Oberarm...die Wunde blutete immernoch ein wenig. Vorsichtig öffnete sie das Oberteil ihres Fullbodys und lies es auf den Stuhl, auf dem schon die Panzerjacke lag, gleiten. Sie widmete sich dem Treffer und ein kurzes entspanntes Grinsen huschte über "Glück gehabt ... nur ein Streifschuss." Mit der versorgten Rechten öffnete sie das Medkit als sich die Soft des Kits zu Wort meldete ... "Wel..." - Das Geraet kamm nicht dazu den Satz zu vollenden - bei dieser einfachen Verletzung konnte sie getrost auf die Hilfe des Autodocs verzichten. Nach kurzem Suchen hatte sie das Desinfektionsmittel gefunden und reinigte damit die Verletzung. Dabei fiel ihr auf, dass es vermutlich keine schlechte Idee war sich selbst zu reinigen - "Dieser Gulligestank ist auf die Dauer ja nicht auszuhalten." Dennoch beendete sie zunäst die Reinigung der Wunde und legte dann das noch halbvolle Fläschchen zurück in das Medkit. Ihr Blick glitt kurz über den Spiegel und sie hielt inne um sich einen Moment lang zu betrachten. Sie sah in das recht ansprechende Gesicht einer jungen Frau, vermutlich Mitte 20. Irgendwie fand sie Cyberaugen widerlich und hatte daher davon abgesehen sich welche implantieren zu lassen, weshalb sie sich nun selbst aus ihren eisblauen Augen heraus betrachtete. Ebenso stoerten keine Narben oder andere offensichtliche Cyberware das Bild, dass sich dem Betrachter bot. Ein kurzes Schmunzeln glitt über ihre Züge als ihr Blick auf ihre schulterlangen, schwarzen Haare fiel, die stellenweise doch recht argh verdreckt waren ... "Ja, ne Dusche hätte was." Sie bückte sich kurz und öffnete die schweren Militärstiefel, stellte selbige dann neben dem Stuhl auf dem ihre Sachen lagen ab. Augenblicke später hatte sie sich ebenso ihre Cargohose sowie ihre restliche Kleidung abgestreift und genoss das kalte, aber dennoch erholsame Wasser der Dusche,.
Comments